Hamburger Taxenverband e.V.

Verkehrskonzept für das Volksparkstadion

Durch das regelmäßige Verkehrschaos am Volksparkstadion, zuletzt bei den Konzerten von AC/DC, Udo Lindenberg und Coldplay, ist das aktuelle Verkehrskonzept rund um die Arenen bei Journalisten und Bürgern thematisiert und kritisiert worden. Der HTV - Hamburger Taxenverband e.V. hat ein Verkehrskonzept erarbeitet, durch welches die Abreise der Besucher um mindestens 30% beschleunigt werden soll. Insbesondere wird der Missstand angegangen, dass die Stadion-Besucher aufgrund polizeilicher Verfügungen regelmäßig direkt nach Veranstaltungsende am Stadion-Taxiposten keine Taxis vorfinden.

 

Problem

Bei Großveranstaltungen im Volksparkstadion ergeben sich aufgrund des begrenzten Raumes Probleme mit den massierten An- und Abfahrten vor und nach Fußballspielen, Konzerten und anderen Großveranstaltungen. Insbesondere der private motorisierte Verkehr ist aufgrund seiner großen Menge nur sehr schleppend zu bewältigen. Im besten Fall ist die Umgebung rund um den Veranstaltungsort mit Falschparkern zugepflastert, im schlimmsten Fall kommt es zu massiven Staus rund um das Veranstaltungsgelände. Während diese Effekte bei der Anfahrt noch in kleinerem Umfang entzerrt werden durch jene Besucher, die frühzeitig anreisen, sind bei bei der gleichzeitigen Abreise fast aller Stadion-Besucher Verkehrsprobleme unvermeidbar.

Unter dem aktuellen polizeilichen Verkehrskonzept leiden besonders jene Besucher, die mit dem öffentlichen Verkehrsmittel Taxi an- und/oder später abreisen wollen, darunter eine große Anzahl an auswärtigen Besuchern. Das polizeiliche Verkehrskonzept trennt bei der Hinfahrt bisher nicht den motorisierten Individual- sowie den Taxi-Verkehr. Noch schlimmer: Nach Spiel- oder Veranstaltungsende wird für längere Zeit die Rückfahrt der Besucher mit einem Taxi polizeilich unterbunden durch eine Blockade der Zufahrt zum längst geleerten Taxiposten am Volksparkstadion.

Die Folgen sind nach jedem HSV-Heimspiel und jedem Konzert im Volksparkstadion zu beobachten: Auswärtige und deshalb zumeist ortsunkundige Besucher suchen vergeblich nach einem Taxi für die Rückfahrt zum Beispiel zu ihrem Hotel. Auch viele Hamburger sind betroffen, wenn diese ohne eigenen PKW angereist sind, sich aber auf dem Rückweg  nicht dem teils heftigen Gedränge zuerst in den Shuttle-Bussen und dann weiter in der S-Bahn aussetzen wollen (oder zumindest ihre Kinder nicht).

Noch dramatischer wird es für Besucher von Großkonzerten im Stadion (dieses Jahr AC/DC, Udo Lindenberg und zuletzt Coldplay), weil bei diesen das Veranstaltungsende und der Beginn der Rückreise in die anbrechende Nacht fällt. Im Dunkeln fällt auswärtigen Besuchern die Orientierung in fremder Umgebung noch schwerer, und Hamburger Bürger aus weiter entfernten Stadtteilen sind im ÖPNV mit dann schlechteren Fahrplan-Taktungen und ausgedünnten Umstiegsmöglichkeiten konfrontiert. Diesen Besuchern steht wegen des polizeilichen Verkehrskonzeptes ärgerlicherweise die Abreise-Alternative Taxi für einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung steht. Glück für die vergeblich auf ein Taxi Wartenden, wenn es dann wenigstens nicht regnet. Beim Coldplay-Konzert, welches gegen 22:30 zu Ende war, bekamen die letzten Rückreisewilligen durch diese gänzlich unzufriedenstellende Situation rund um das Stadion erst nach Mitternacht ein Taxi.
Lösung

Die verschiedenen Verkehrsarten und -ströme sind so weit wie irgend möglich zu entflechten. Sie benötigen getrennte Zu- und Abfahrten, welche kreuzungsfrei oder kreuzungsarm zu gestalten sind. Durch eine Stärkung der öffentlichen Verkehrsmittel  samt eigener Verkehrswege zu und vom Volksparkstadion sowie mehrspurige Abfahrten von privaten PKWs wird die Abflussmenge nach Veranstaltungsende deutlich erhöht. Die Einrichtung einer regelmäßigen zweiten Shuttlebus-Linie zu S-Othmarschen und damit die Nutzung einer zweiten S-Bahnlinie führen zu einer weiteren verkehrlichen Entlastung.

Das Verkehrskonzept „Volksparkstadion“ des HTV - Hamburger Taxenverband e.V. sieht ein Primat der Kreuzungsfreiheit der verschiedenen Verkehrsmittel sowie eine Stärkung der öffentlichen Verkehrsangebote vor. Die Maßnahmen im Einzelnen:

1. Shuttle-Busse: Die separate Aufstellfläche sowie die weitgehende Kreuzungsfreiheit dieses Verkehrsangebots (bisher regelmäßig zu S-Stellingen) haben sich bewährt und werden als Vorbild für weitere Regelungen anderer Verkehre genommen. Es wird regelmäßig (und nicht nur wie bisher bei einigen Hochsicherheitsspielen) eine zweite Shuttlebus-Linie von und nach S-Othmarschen angeboten. Dafür wird die entsprechende, schon vorhandene Haltstelle in der Max-Schmeling-Straße um einige Hundert Meter Richtung August-Kirch-Straße / Nansenstraße versetzt, um keine Kreuzung mit dem Individualverkehr des Parkplatzes Orange zu haben.

2. S-Bahnen: Durch die zweite Shuttlebus-Linie zu S-Othmarschen werden die An- und Abreisenden auf mehrere S-Linien verteilt und damit die bisherige Überlastung an S-Stellingen gemindert.

3. Taxis: Die An- und Abreise der Taxis zum Taxiposten zwischen Stadion und Arena erfolgt über die sonst durch eine doppelte Beschrankung gesperrte August-Kirch-Straße (wurde in der Vergangenheit vereinzelt für Busse mit Auswärtsfans genutzt), weiter über die Max-Schmeling-Straße, Luftbadeweg und Hellgrundweg. Durch Absperrgitter werden die Fahrtwege der Taxis bei Ein- und Ausfahrt des Taxipostens sowie des An- und Abreiseverkehrs von Parkplatz Rot kreuzungsfrei gestaltet. Im Ergebnis können nach dem Ende der Veranstaltung laufend Taxis vor- und schnell wieder abfahren.

4. Parkplatz Rot / Parkplatz Grau: Nach Veranstaltungsende fahren die PKWs vom Parkplatz Rot zweispurig (= links + mittig) Richtung Farnhornweg und -stieg. Die Abfahrt vom Parkplatz Rot erfolgt auf derselben Schrägspur, auf der auch die Zufahrt erfolgte, um Kreuzungsfreiheit gegenüber dem Taxiposten auf der anderen Straßenseite zu gewährleisten. Zusätzlich fließt auf dem Hellgrundweg der Abreiseverkehr von Parkplatz Grau. Durch eine zusätzliche Möglichkeit zum Rechtsabbiegen vom Hellgrundweg in den Farnhornstieg an der Ampel, handgeregelt durch Polizei, erhöht sich der PKW-Abfluss deutlich.

5. Parkplatz Orange / Max-Schmeling-Straße: Die Abfahrt erfolgt Richtung Stadionstraße. Durch eine Verkehrsregelung am Parkplatz Orange wird die kurze Strecke zwischen der Parkplatz-Abfahrt und dem Luftbadeweg für Taxis und Sonderfahrzeuge (siehe unten) freigehalten. Durch eine händische Verkehrsregelung an der Kreuzung Max-Schmeling-Straße, Hellgrundweg und Stadionstraße wird in der abknickenden Vorfahrt die Abbiege­möglichkeit vom Hellgrundweg in die Max-Schmeling-Straße für Taxis und Sonder­fahrzeuge durch Streckenposten freigehalten.

6. Stadionstraße: Für den Abreiseverkehr wird die Stadionstraße kurzzeitig zur zweispurigen Einbahnstraße Richtung Luruper Chaussee inkl. zweispurigem Abbiegen, wobei die rechte Spur auch links abbiegen darf, die linke nur links. In der ersten Zeit werden die von der Luruper Chaussee einbiegenden PKW-Fahrer mit Handzetteln, persönlichen Ansprachen auf die temporäre Einbahnstraßen-Regelung hingewiesen und aufgefordert, so zu parken, dass ein Einfädeln in den zweitweiligen Einbahnstraßenverkehr möglich ist.

7. Sonderverkehre (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste): Bei Notfällen und Katastrophen ist ein zeitlich und räumlich durchgehend freier Weg für Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten vorhanden. Die mit Sprechfunk ausgestatteten Streckenposten beschränken in einem solchen Fall den Taxi-Verkehr sowie die zweite Shuttlebus-Linie, welche ansonsten diese Strecke exklusiv nutzen. Als Zielort und Aufstellfläche wird in einem solchen Fall der Taxiposten genutzt, der in einem solchen Ausnahmefall teilweise oder vollständig geräumt wird. Dort ist auch heute schon die Polizeiwache für das Volksparkstadion stationiert.

8. Information: Durch Veröffentlichungen, auch Handzettel sowie durch Stadionansagen weist der HSV auf die Veränderungen beim An- und Abreisen hin, in der ersten Zeit besonders intensiv.

9. Umsetzung: Zur Umsetzung des vorgeschlagenen Verkehrskonzeptes sind, mit Ausnahme der Verlegung eines Haltestellenschildes (Shuttlebus-Linie zu S-Othmarschen), keinerlei bauliche Veränderungen nötig. Die Veränderungen sind, guter Wille vorausgesetzt, binnen kürzester Zeit umzusetzen. Es werden zur Verkehrslenkung lediglich eine Handvoll Aufstellgitter, eine Reihe von Straßenhütchen sowie ca. 10 Personen (Polizisten und/oder Ordner) benötigt, die an fünf Punkten für einen reibungslosen Ablauf sorgen.


Ergebnis: Der Abreiseverkehr wird um mindestens 30% beschleunigt und eine durchgehende Versorgung der Stadionbesucher mit Taxis ermöglicht. Durch eine Stärkung der öffentlichen Verkehrsangebote nimmt die Anfahrt mit privaten PKWs ab, was zu einer Entlastung der Straßen und Parkplätze rund um das Stadion führt. Auch werden künftig nicht mehr Zehntausende auswärtige Besucher mit dem Bild eines Abreisechaos vom Volksparkstadion konfrontiert, welches bisher Hamburgs Image laufend beschädigt.



Hamburg 4. Juli 2016

Ersteller: HTV – Hamburger Taxenverband e.V.

Kontakt: Clemens Grün (1. Vorsitzender): 0176-10143771



Dokumentation:

   - Artikel ABENDBLATT  4.7.2016: Staufalle Volkspark, mit HTV-Verkehrskonzept (Grafik/Textblock)

   - Artikel ABENDBLATT 29.6.2016: Die Arenen und das Stau-Problem

   - Leserbrief ABENDBLATT 18.6.2016: Odyssee nach Udo-Konzert

   - Leserbrief ABENDBLATT 7.6.2016: Stundenlange Parkplatzsuche

 

 


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